Soll Inzest jetzt doch erlaubt werden?

Gestern gab es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass Inzest in Deutschland weiterhin verboten bleibt. Geklagt hatte ein 35-jähriger Leipziger, der wegen seiner Liebe zu seiner acht Jahre jüngeren Schwester, mit der er übrigens auch vier Kinder hat (davon hab ich euch gestern bereits erzählt), drei Jahre im Gefängnis gesessen hat.

Heute stellt sich der 72-jährige Grünen-Politiker Hans Christian Ströbele hin und erklärt uns, dass er dass alles ganz anders sieht. Inzest müsse erlaubt werden. Zwei erwachsene Menschen müssen schließlich selbst entscheiden können, mit wem sie schlafen. Vorausgesetzt, sie lieben sich, es besteht kein Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden und es geschieht freiwillig.

Jetzt sind Politiker und Experten schwer entsetzt und kritisieren den Ströbele. Inzest sei ein Kernbestand der deutschen Rechtskultur und völlig tabu. So solle es auch bleiben.

Ich muss gestehen, ich gebe dem Ströbele recht. Da müsste ich noch ganz andere Dinge verbieten. Klar gibt es für die Kinder ein unvorhersehbar höheres gesundheitliches Risiko. Ich finde auch, dass man das keinem neuen Menschen antun darf. Es gibt aber auch Erbkrankheiten, die sich auf den neuen Erdenbewohner übertragen können. Diesen Eltern ist es ja auch nicht verboten, sich zu vermehren.

Oder die ganzen Drogenabhängigen. Die müssen ja auch nicht zur Zwangs-Sterilisation, nur weil von vorne herein schon feststeht, dass das Kind Schäden davontragen kann, die in ihrem Ausmaß noch gar nicht feststehen.

Wir könnten das Spiel jetzt weiter treiben – bis hin zu „dummen“ Menschen. Da müsste ja dann ein genereller „Führerschein“ her, der es dir erlaubt, dich zu vermehren. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das durchsetzen lässt. Nur eine Randgruppe zu bestrafen, finde ich auch reichlich daneben.

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