Hätte Lenas Mord verhindert werden können?

Im Mordfall Lena tun sich täglich neue schreckliche Erkenntnisse auf.  Der 18-jährige Schüler David H. hat die Tat mittlerweile gestanden. Aber er ist nicht der einzige. Auch die Polizei musste gestehen. Sie hat bei den Ermittlungen gegen David H. schwere Fehler zu verbuchen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Mord an Lena hätte verhindert werden können, wenn die Polizei nicht geschlampt hätte.

Das Ganze „wenn und aber“, „hätte“ und „wäre“ bringt zwar die kleine Lena nicht zurück, hilft aber vielleicht, dem Schuldigen ein Gesicht zu geben. Oder aber, dem Schuldigen nicht die alleinige Schuld zu geben. Im Fall von David H. sind die Zusammenhänge wirklich haarsträubend.

Im September 2011 hatte sich der Junge in die Psychiatrie begeben, weil er von seiner Mutter dabei erwischt worden war, wie er Nacktfotos von einer 7-jährigen machte. Zwei Tage später erstattete der Stiefvater des Jungen Anzeige. Im November zeigt sich der Verdächtige dann selbst wegen Kinderpornographie bei der Polizei an. Nur einen Tag später überfällt er eine Joggerin. Die Frau kann allerdings unversehrt flüchten.

Im Dezember wird vom Amtsgericht Hannover einen Beschluss zur Hausdurchsuchung erlassen, der jedoch nie vollstreckt wird. Im März erkennt die Polizei, dass die Hausdurchsuchung immer noch nicht durchgeführt worden ist. Vier Tage später wird Lena ermordet.

Eine grausame Verkettung makabrer Einzeldaten, die unterm Strich einem 11-jährigen Mädchen das Leben gekostet haben. Ob man den Mord hätte verhindern können steht in den Sternen. Die Schlamperei der Polizei geht trotzdem auf keine Kuhhaut.

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