Das schamlose Geschäft mit der Scham der Patienten

Wer kennt das nicht: man hat ein gesundheitliches Problem, über das man am liebsten nicht einmal mit dem Arzt sprechen möchte. Man denke nur an ein Furunkel am Gesäß, Hämorriden, ein Scheidenpilz oder gar Filzläuse ? Mal ehrlich: wer geht damit gerne zum Arzt, ohne sich zu schämen oder rot zu werden ?

Der Mensch geht in diesen Fällen oft sogar so weit, dass er Vorsorgeuntersuchungen auslässt, sich Hilfe aus dubiosen Quellen beschafft oder sich auf Versprechen angeblicher Heiler verlässt. Die Folgen können schwerwiegend sein – ein Krankheitsbild kann sich unbehelligt ausbreiten, Erreger, die bei einer Früherkennung eingedämmt hätten werden können breiten sich aus und die Krankheit zum Zeitpunkt der Erkenntnis für eine Heilung zu weit fortgeschritten. Ein schreckliches Szenario, das verhindert werden könnte.

Die Möglichkeit, aus diesem Verhalten Kapital zu schlagen, hatte DrEd – eine Online-Sprechstunde mit Sitz in London. Dort trauen sich die Männer mit Erektionsstörungen oder Haarausfall über ihre Probleme zu sprechen, ohne Angst haben zu müssen, sich zu blamieren.

Ich finde, wir alle bräuchten eine kleine Portion von Charlotte Roches Selbstverständnis. Dann wären unsere Feuchtgebiete keine Peinlichkeiten mehr und die Online-Ärzte arbeitslos.

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