Kann ein Bier wirklich den Regenwald retten ?

Beobachtet man die Werbung in unserer Gesellschaft etwas genauer, merkt man einen eindeutigen Trend, der sich verzeichnen lässt: Immer mehr Unternehmen setzen auf Sozial- und Öko-Marketing. Kein Wunder, dass es plötzlich Fischstäbchen gibt, die den Fischbestand retten oder Flüge, die das Klima retten.

Es war schon immer die Aufgabe der Werbefachleute, dem Kunden ein Produkt schön zu reden. Im Zeitalter von „Bio“ und einem verstärkten Umweltbewusstsein ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass genau der Begriff „Nachhaltigkeit“ zum Thema wird.

Viele Konsumenten haben den innerlichen Wunsch, ihr Gewissen zu beruhigen. Darum haben auch „Social Clubs“ wie die Rotarier oder der Lions Club so viele gutverdienende Mitglieder. Diese Organisationen tun Gutes und geben ihren Mitgliedern das gute Gefühl, etwas Sinnvolles und Gutes zu tun. Dadurch lässt es sich doch gleich viel leichter und ohne schlechtes Gewissen mit der Sicherheit leben, dass man selbst eigentlich viel zu viel hat während andere auf dieser Welt nicht mit so viel Glück bedacht worden sind.

Das Gewissen lässt sich aber auch durch den Kauf von Produkten beruhigen, mit denen eine „gute Tat“ verbunden ist. Trinkt sich Bier, mit dem man auch noch den Regenwald rettet, nicht deutlich leichter als eines, das einfach nur betrunken macht?

Kein Wunder, dass klimaneutrale Flüge oder die Ökostrom-Bahncard auf dem Vormarsch sind. Unternehmen haben die Lücke in der Gewissensberuhigung längst erkannt und für sich arbeiten lassen, denn: auch wenn der Konsument beim Verzehr von Krombachers Urquell für den Regenwald auf einer Holzbank aus Tropenholz sitzt, hat er dennoch das Gefühl, ein guter Mensch zu sein. Und unseren Platz im Himmel wollen wir uns doch alle am besten schon zu Lebzeiten sichern, oder?

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